Film: Gefällt mir

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Durch wundersame Umstände bot Hannah mir an doch umsonst und mitsamt der anwesenden Filmcrew einen deutschen Horrorfilm im Kino-Center zu sehen. Ich kann Horrorfilme nicht leiden. Also war ich natürlich dabei. Und zu meinem Glück war der Horroranteil eher gering und albern, zu meinem Pech waren schauspielerische Leistungen, Drehbuch, Schnitt und der ganze Rest einfach unterirdisch schlecht. Aber wie der anwesende Regisseur sagte: „Wir haben keinen Kritikerfilm gedreht, sondern etwas mit Spaß“. Der war aber nur ein Abklappern von Filmklischees, nicht mal die Blairwitchprojectkameraszenen fehlten. Es war wirklich ein Grauen. Und obwohl der Spaßfaktor doch da sein sollte, wurde noch eine Botschaft eingebaut: Denn der Serienmörder waren wir alle! Wir eventsüchtigen Zuschauer! Und nicht nur, daß uns die Filmcrew am Ende oberlehrerhaft fragte, wen wir Zuschauer für den Täter hielten. Als Beweis unserer dämlichen Verkommenheit wurde uns noch erzählt, daß ansonsten die Zuschauer sie das fragen würden, aber niemand fragt nach der doofen Tuse, deren Schicksal im Film gar nicht mehr erklärt wird. Wir würden also die Täter interessanter als die Opfer finden. Vielleicht hätten wir letzteres auch getan, wenn der Film ständig von ihr und nicht dem Killer erzählen würde, aber es war wohl für die Macher zu schön uns irgendwas pseudotiefsinniges vorhalten zu können.
Man muß allerdings auch sagen, daß der Film eigenproduziert wurde, mit vielen Freunden gemacht und sogar selbst vermarktet wurde. Alles mit viel Zeit und Herzblut. Aber nützt nichts, der Film ist trotzdem Mist.

3/10 Punkten.

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